Mein Koiteichbau-Blog

Bodenplatte

Bevor ich mit der Dokumentation meines Teichbaus weiter mache, möchte ich ein paar Gedanken zur Bodenplatte bzw. zum Fundament mit Euch teilen.

Beim Massiv-Teichbau stehen für die Gründung wahrscheinlich nur diese zwei Arten von Fundamenten zur Disposition – das Streifenfundament und das Plattenfundament (auch Sohlplatte genannt). In fast jedem Youtube-Video, das sich um das Thema Teich- oder Poolbau dreht, wird eines dieser beiden Fundamente präferiert. Das Punktfundament, welches für Carports und Terrassenüberdachungen, also für Konstruktionen auf Stützen oder Trägern, gut eignet ist, lasse ich in meiner Betrachtung außen vor, weil es für den Massiv-Teichbau keine Rolle spielt. Für mich persönlich war ziemlich schnell klar, was ich will und wie ich das Fundament resp. die Bodenplatte bauen möchte. Eine pauschale Antwort auf die Frage, welche Gründung besser zu welchem Teich paßt, gibt es wohl nicht. Und so muss sich jeder Teichbauer im Klaren sein, was er oder sie genau möchte, was bautechnisch sinnvoll und wie hoch das eigene Budget ist. Grundsätzlich gilt aber, dass die Art des Fundaments stark vom Gewicht des Teichkörpers und von der Tragfähigkeit des Bodens abhängt.

Schauen wir uns die beiden relevanten Fundamente also einfach mal im Detail an.

Streifenfundament

Oft werden Konstruktionen mit Mauern oder Wänden auf Streifenfundamenten errichtet. Beim normalen Gebäudebau verlaufen unter den tragenden Wänden die Streifenfundamente und nehmen deren Last auf. Innerhalb des Streifenfundaments wird anschließend eine (nichttragende) ca. 10 bis 15 cm dicke Bodenplatte aufgebaut, auf der sich die nichttragenden Innenwände eines Gebäudes befinden.
Um ein Streifenfundament zu errichten, muss ein entsprechend tiefer Graben ausgehoben werden. In diesen Graben, der in etwa doppelt so breit ist wie die auf ihm stehenden Wände, wird meist unbewehrter Beton gefüllt. Beim Teich- und Poolbau sitzen hier die Schalbeton- oder Styroporsteine, die mit einer Bewehrung versehen und später mit Beton vergossen werden. In einigen Fällen werden Streifenfundamente bei neuen Teichen auch ohne eine Bodenplatte verwendet. Dabei wird eine Folie, ein Fließ oder eine entsprechende Isolierung direkt auf dem verdichteten Boden innerhalb des Streifenfundaments verlegt.

Plattenfundament

Beim Plattenfundament wird die gesamte Bodenplatte als Gründungsplatte ausgeführt. Wenn der Untergrund unter dem Teich sandig oder wenig belastbar ist, empfiehlt es sich immer, eine vollflächige Fundamentplatte zu errichten. Eine Fundamentplatte wird mit einer Bewehrung (Baustahlmatten) versehen und ist eine durchgehend tragende Konstruktion, die es erlaubt hohe Lasten auf einer großen Fläche zu verteilen, um die punktuelle Belastung möglichst gering zu halten.
Für das Gießen der Fundamentplatte wird eine Schalung vorbereitet und darin eine Bewehrung eingearbeitet. Unter der Bodenplatte werden zusätzlich die Rohre, also die Saugleitungen für die Bodenabläufe sowie die Schmutzwasserrohre für die Biokammern verlegt. Anschließend wird in die Schalung der Beton gegossen, im Regelfall mindestens 30 cm.

Pro und Contra

Streifenfundamente sind, insbesondere wenn keine nichttragende Bodenplatte ausgeführt werden soll, deutlich materialsparender als Plattenfundamente. Trotz der Material- und folglich auch Kostenersparnis bei Streifenfundamenten haben Plattenfundamente einige nicht von der Hand zu weisende Vorteile. Der größte Vorteil liegt m.E. darin begründet, dass die Fundamentplatte effektiv verhindert, dass sich die Gesamtkonstruktion des Teiches ungleichmäßig setzt und zwischen Boden und Wänden Risse entstehen. Spätestens wenn wir die Teichschale und/oder die direkt angeschlossenen Biokammern mit Dichtschlämme, Polyurea oder ähnlichem Material versehen, sollte grundsätzlich eine tragende Bodenplatte zum Einsatz kommen. Ein Streifenfundament „arbeitet“ oft anders als seine innen liegende (nichttragende) Bodenplatte, was im schlimmsten Fall zu einer Rissbildung und zu einem undichten Teich führen kann. Der zweite Vorteil besteht darin, dass der Teichkörper besser vor äußeren Einflüssen wie Feuchtigkeit geschützt wird. Dauerhaft negativ drückendes Wasser kann zum Beispiel zu Beschädigungen am Mauerwerk führen und abdichtendes Materialien (Dichtschlämme) nachhaltig schädigen. Daher werden Plattenfundamente meist auch mit einem wasserundurchlässigen Beton und einer kapillarbrechenden Schicht ausgeführt.

Überblick

Alle Varianten im Vergleich:

Streifenfundament ohne BodenplatteStreifenfundament mit BodenplattePlattenfundament
Materialkosten+++o
Gesamtkosten+oo
Nachträgliche Änderungen+---
Einsatz von Folie++++
Einsatz von Dichtschlämme/Polyurea---+
Einsatz von GFK-Laminat-o+
Schutz vor externen Einflüssen--+++

Material

Anhand der unten stehenden Bilder sieht man schon, dass ich mich für ein Plattenfundament entschieden habe. Da ich meine zukünftigen Biokammern mit einer Zweikomponenten-Dichtschlämme ausstatten und Risse vermeiden möchte, gehe ich beim Fundament keinerlei Kompromisse ein. Bei diesem wichtigen Gewerk sollten wir auf keinen Fall am Material oder am Geld sparen.

Die tragende Bodenplatte muss gewissenhaft, in einer nötigen Dicke sowie mit einer entsprechenden Bewehrung, aber auf keinen Fall mit günstigem Baumarktbeton hergestellt werden. Oft sieht man Teichbauvideos, in denen die Bodenplatte stückchenweise mit Leicht- bzw. Normalbeton aus dem Baumarkt gegossen wird. Diese Vorgehensweise kann in zweierlei Hinsicht problematisch sein. Zum Einen weist der günstiger Baumarktbeton nur eine geringe Druck- und Zugfestigkeit gegenüber wasserundurchlässigen bzw. bewehrten Stahlbeton aus dem Betonwerk auf, was sich negativ auf die Statik und die Haltbarkeit der Bodenplatte auswirken kann. Zum Anderen bindet Beton aus diversen Mischer-Chargen sehr unterschiedlich ab. Bringt Ihr diesen Beton schubkarrenweise und vor allem zeitverzögert in die Schalung ein, dann kann kein homogener Verbund sichergestellt werden. Bitte versteht mich nicht falsch. Ich möchte hier niemanden belehren oder missionieren. Erstellt Eure Bodenplatte bitte bitte mit Bedacht und der nötigen Sorgfalt.

Ich persönlich habe mich aus diesem Grund für einen bewehrten WU-Beton für Außenbauteile mit der Festigkeitsklasse C25/30 (Druckfestigkeit von 30 N/mm²) und einer Körnung bis 16 mm aus dem hiesigen Betonwerk entschieden. Bevor es aber losgehen kann, brauchen wir noch dicke Schalbretter mit vier stabilen Winkelverbindern, eine adäquate Estrichfolie aus PE, diverse Drunterleiste (Typ IV 40mm), Abstandhalter-Schlangen sowie Baustahlgewebe (Baustahlmatten) und eine paar Bindedrahtröllchen.

Schalung

Zu aller erst wird eine Schalung vorbereitet.

Dazu werden die Schalbretter entsprechend der zukünftigen Bodenplatte an zuvor angebrachten Richtschnüren ebenerdig ausgerichtet. Um es uns ein wenig einfacher zu machen, haben wir die Schalbretter in eine feine Kiesschicht gelegt, um kleinere Bodenunebenheiten vorweg auszugleichen. Nachdem das erste Brett mit einer Wasserwaage resp. einem Richtscheit ausgerichtet wurde, konnte das zweite Brett, welches bereits grob in Waage gelegt wurde, mit einem Winkelverbinder in einem 90°-Winkel angeschraubt werden. Danach richteten wir die Konstruktion erneut mit einem Richtscheit in Waage aus. Das ganze Prozedere wiederholten wir schließlich mit den letzten beiden Seiten bis wir eine Schalung im Quadrat von 6 x 6 Metern gebaut hatten.

Um auf Nummer Sicher zu gehen, könnt Ihr das Richtscheit ruhig mal über die Diagonalen legen bzw. einen Rotationslaser für das finale Ausrichten der Schalung benutzen. Wichtig ist, dass die komplette Schalkonstruktion in Waage liegt, damit später kein Estrich überlaufen kann.

Zum Schluß haben wir die Flächen hinter der Schalung mit einem groben Kies verfüllt, um zum Einen eine bessere Festigkeit der Schalung zu erreichen und zum Anderen um Matschwege bei Regenschauern im Vorfeld zu vermeiden. Damit beim Befüllen des Betonestrichs wirklich nichts verrutscht, haben wir die Schalung noch mit dickeren Dachlatten zwischen Brett und Erdreich abgestützt (siehe letztes Bild im Kapitel „Bewehrung“).

Bodenabläufe

Bevor wir die Bodenabläufe in Beton setzen konnten, musste ich die orangenen KG-Rohr-Stücke aus PVC in die Bodenbläufe kleben. Dazu habe ich mir drei ca. 15cm lange Rohrstücke mit der „Flex“ geschnitten und diese im Anschluss entgratet, geschliffen, gereinigt und „angephast“. PVC-Rohr lässt sich problemlos mit Tangit-PVC-Kleber und dem schwarzen ABS-Material der Bodenabläufe verkleben. Beachtet bitte, dass Ihr nicht das grüne KG-2000-Rohr aus Polypropylen (PP) für die Klebung verwendet. Polypropylen geht keine Verbindung mit PVC bzw. ABS ein. Eine Verklebung wird daher niemals halten.

Nachdem erfolgreichen Verkleben der Bodenabläufe habe ich noch etwas Zeit gehabt und mit einem Bleistift diverse Markierungen über die Breite und Länge des zukünftigen Koibeckens und der geplanten Filterkammer unter Berücksichtigung der Breite der Schalsteine auf der Holzverschalung angezeichnet, um den zentralen Punkt des Teiches zu ermitteln. Danach habe ich zwei Richtschnüre, die sich genau im Zentrum des Teiches kreuzten, gespannt und mit kleinen Nägeln an der Schalung fixiert. Wichtig ist, dass die Richtschnüre sehr straf (!!!) gespannt sind und keinesfalls durchhängen.

An dem Punkt, wo sich die Richtschnüre kreuzten, setzten wir den ersten Bodenablauf in normalen Fertigestrich aus dem Baumarkt. Die beiden anderen Abläufe haben wir dann an der längsseitigen Richtschnur ausgerichtet und neben den zentralen Bodenablauf gesetzt und zwar so, dass die Dom-Deckel ungefähr 20cm auseinander liegen. Die Unterkonstruktion der Bodenabläufe schließt dann genau mit den Richtschnüren ab, so dass sie später direkt im Beton eingelassen und auf dem selben Höhenniveau wie die Bodenplatte liegen. Beachtet bitte, dass Ihr die Ausgänge der Bodenabläufe bereits so ausrichtet, dass Ihr später eine direkte Rohrverbindung zur Filterkammer herstellen könnt.

Am nächsten Tag haben wir damit begonnen, die grünen KG-2000-Rohre anzuschließen und zu verlegen. Seid bei diesem Arbeitsschritt bitte sehr gewissenhaft und prüft, ob Ihr keine Dichtung beim Verbinden zweier Rohre vergessen habt und ob die Dichtungen auch sachgerecht in den Muffen sitzen. Bei schief eingesetzten Rohren und zu viel Druck können die Dichtgummis aus den Führungen rutschen, was man aber leicht sieht wenn man in die Rohröffnungen schaut. Benutzt bitte auch entsprechendes Gleitmittel, damit die Rohre sauber in die Muffen rutschen. Ich selber habe WD-40 Silikonspray benutzt. Weiterhin können die Dichtungen auch falsch herum eingebaut werden, also prüft bitte auch die Einlegerichtung Eurer Dichtungen penibel genau. Am Besten arbeitet Ihr bei diesem Gewerke im Vier-Augen-Prinzip. Später, wenn die Rohre unter der Bodenplatte liegen, könnt Ihr nichts mehr ändern!

Um die Rohre vor Steinen o.ä. zu schützen habe ich alle Rohre in Abdecksand (0-1 mm) verlegt, den ich nachdem Verlegen noch einmal kurz gewässert habe, damit alle Rohre sauber und ohne Hohlräume im verdichteten Sand liegen. Sollte sich nach dem Wässern der Sand setzen, könnt Ihr eine weitere Schicht Sand aufbringen, den Ihr wiederum wässert. Diesen Schritt wiederholt Ihr solange bis alle KG-Rohre ordentlich eingesandet sind.

Am Austrittspunkt aus der Bodenplatte in die spätere Trommelfilterkammer haben wir die Rohre wieder mit Baumarktestrich fixiert, damit beim Gießen der Bodenplatte nichts verrutschen kann. Wie man auf den Bildern erkennen kann, habe ich keine 90°- oder 45°-Bögen, sondern nur 30°-Bögen verwendet, um den Druckverlust in den Leitungen möglichst gering zu halten.

Um die Dichtigkeit meiner Rohrverbindungen zu testen habe ich temporär am Ende der Leitung weitere zwei Meter Rohr auf den Bogen (3×30°) aufgesteckt und die Bodenabläufe mit einem aufblasbaren Rohrstopfen (92-145mm) verschlossen. Die 2m-Verlängerung habe ich dann mit Wasser voll laufen lassen und mit einem Edding eine Markierung am oberen Wasserstand gesetzt. Nach 24 Stunden habe ich schließlich geprüft, ob der Wasserstand abgenommen hat oder laut Markierung gleich geblieben ist. Bei mir waren zum Glück alle 3 BA-Leitungen dicht!

Die Skimmerverbindung habe ich ebenfalls getestet, indem ich an beiden Enden jeweils 2 Meter Rohr aufgesteckt und die u-förmige Rohrleitung mit Wasser geflutet habe. Auch hier war alles dicht!

Sauberkeitsschicht

Eine Kies- bzw. Sauberkeitsschicht ist ein wichtiger Bestandteil beim Erstellen einer Bodenplatte, weil sie mehrere entscheidende Funktionen erfüllt. Zum einen gleicht sie Unebenheiten im Boden aus und sorgt somit für eine absolut ebene Fläche. Dadurch kann ich die Bodenplatte gleichmäßig aufbauen, ohne dass sich einzelne Bereiche ungleichmäßig absetzen. Außerdem verhindert die Sauberkeitsschicht, dass sich spitze Steine, Wurzeln oder andere Unebenheiten von unten in die PE-Folie drücken und diese beschädigen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die Sauberkeitsschicht den Arbeitsbereich sauber hält. Wenn ich auf gewachsenem Boden arbeiten würde, wäre es schwierig, eine exakte Bewehrung zu setzen. Mit der ebenen Schicht habe ich dagegen eine feste und saubere Fläche, auf der ich sicher, ohne Matschschuhe zu bekommen, weiterarbeiten kann und auf der ich die Abstandhalter für die spätere Bewehrung präzise setzen kann.

Kurz gesagt: Die Sauberkeitsschicht, die ich ca. 5 cm stark geschüttet habe, gibt mir Sicherheit, verlängert die Haltbarkeit der gesamten Konstruktion und erleichtert die Arbeitsschritte beim Bau enorm.

Bewehrung

Die Bewehrung einer Bodenplatte ist ein zentrales Element im Stahlbetonbau und dient dazu, Zug- und Biegespannungen aufzunehmen, die der Beton allein nicht tragen kann. Durch die Kombination von Beton (druckfest) und Bewehrungsstahl (zugfest) entsteht ein tragfähiges und dauerhaftes Bauteil.

Vor dem Einbau der Bewehrung wird der Untergrund vorbereitet. In der Regel folgt auf die Sauberkeitsschicht eine Estrichfolie, die als Trenn- und Schutzlage dient. Sie verhindert, dass der Beton in die darunterliegenden Schichten eindringt, und schützt die Bewehrung vor Verschmutzungen. Gleichzeitig kann sie als Gleitschicht wirken und ungewollte Spannungen reduzieren.

Als Estrichfolie habe ich eine handelsübliche PE-Folie in der Stärke 0,3mm benutzt, auf die ich die sogenannten Drunterleisten gelegt habe. Diese Drunterleisten (Typ IV 40mm, 2,0m mit Aussparung) dienen als Höhennivellierung und als Hilfsmittel zur Maßhaltung. Auf die Drunterleisten haben meine fleißigen Helfer und ich die erste Lage Baustahlmatten gelegt. Diese Baustahlmatten werden an den Stoßstellen leicht überlappt. Um die Lage der Matten während des Betonierens zu sichern, werden sie mit Bindedraht fixiert. Das Binden stellt sicher, dass sich die Matten nicht verschieben und die statisch erforderliche Position beibehalten. Zusätzlich haben wir alle Baustahlmatten mit den Drunterleisten „verröddelt“.

Auf diese erste Bewehrungslage haben wir dann die Schlangenabstandhalter in einer gleichmäßigen Anordnung gelegt und ebenfalls mit Bindedraht fixiert. Danach konnten wir die zweite Lage Baustahlmatten darauf legen, natürlich wieder mit leichten Überlappungen an den Stoßstellen. Auch die zweite Lage wird mit Bindedraht fixiert, so dass wir eine in sich stabile Metallkonstruktion erhalten haben.

Es lässt sich also sagen, dass die Bewehrung einer Bodenplatte nur dann ihre volle Funktion erfüllt, wenn alle Komponenten korrekt aufeinander abgestimmt sind: von der Estrichfolie als Schutz- und Trennlage über die Abstandhalter bis hin zu den exakt positionierten Baustahlgewebe, fixiert mit Bindedraht. Erst das Zusammenspiel dieser Elemente gewährleistet eine dauerhaft tragfähige und rissarme Bodenplatte.

Beton

Am 6. Juni 2023 war es dann endlich soweit, denn einer der wichtigsten Bauabschnitte stand auf der Tagesordnung. Wie Ihr Euch sicherlich vorstellen könnt, war ich sehr aufgeregt und bereits in aller früh auf den Beinen. Um acht Uhr sollten zwei Fuhren, also insgesamt 12 Kubikmeter Fertigbeton geliefert werden und so war es dann auch. Kurz nach dem vereinbarten Termin standen zwei Betonmischer-LKW vor unserem Carport. Mit Hilfe eines hydraulischen Auslegers, der direkt über dem Dach des Carports positioniert wurde, und einigen Metern Schlauch konnten wir fast 40 Meter Wegstrecke bis hin zu unserer Baugrube überbrücken. Über eine Betonpumpe wurde der Flüssigbeton wenig später in unsere Schalung für die Bodenplatte befördert.

Zu viert, bewaffnet mit zwei breiten Metallrechen, einem elektrischen Beton-Innenrüttler und natürlich mit Gummistiefeln, haben wir den Beton in Empfang genommen. Dabei hat der vierte Mann den Betonschlauch geführt und den Flüssigbeton innerhalb der Schalung verteilt. Mein Stiefvater und ich haben den Beton mit den Rechen grob glatt gezogen, während mein Vater den frisch eingebrachten Beton mit dem Innenrüttler in Vibration versetzt hat. Einen Rüttler kann ich an dieser Stelle nur empfehlen, denn er hat folgende Vorteile: Zum einen entweicht die eingebrachte Luft, so dass es weniger Hohlräume im Beton gibt, was wiederum dazu führt, dass sich der Beton besser verdichtet und eine höhere Festigkeit und Tragfähigkeit erreicht wird. Zum anderen fließt der Beton sauber um die Stahlbewehrung, was wichtig für die Haftung und den Korrosionsschutz ist.

Nachdem ziemlich genau 11 Kubikmeter WU-Beton (Bodenplatten-Maß 6,0m x 6,0m x 0,3m) in die Schalung eingebracht worden waren und die neu entstandenen Bodenplatte provisorisch von uns glatt gezogen wurde, hat mein Vater die Oberfläche mit einer Betonpatsche im Nachgang weiter verfeinert.

Anzumerken sei hier noch, dass die Bodenabläufe selbstverständlich verschlossen waren, damit kein Beton in die Töpfe eindringen konnte. Dabei habe ich einfach drei kreisrunde Folienabschnitte aus der PE-Folie des alten Teiches geschnitten und zwischen dem Bodenablauf-Topf und dem Bodenablauf-Ring verschraubt. Damit der Ring nicht unnötig durch Zementreste verdreckt wird, habe ich alle Bodenabläufe noch mit einem Dachdecker-Klebeband für Dampfsperren abgeklebt. Das hat wirklich einwandfrei funktioniert.

Wen es noch interessiert, welchen Beton ich gewählt habe, hier noch ein paar technische Details zu meinen verwendeten WU-Beton C25/30 XC4, XF1, XA1 F4 16mm mit einer Stunde Verzögerer.

Technische Details:

  • WU-Beton → wasserundurchlässig (für Bodenplatten, Keller etc.)
  • C25/30 → normale Tragfähigkeit für Wohn-/Industriebauten
  • XC4 → Bewehrungskorrosion durch wechselnde Feuchte (typisch Bodenplatte)
  • XF1 → mäßige Frostbeanspruchung (kein Tausalz)
  • XA1 → leichte chemische Angriffe (z. B. Erdreich)
  • F4 → weicher, gut verarbeitbarer Beton
  • 16 mm → Größtkorn
  • 1 Stunde Verzögerer → längere Verarbeitungszeit

Ach ja. Übrigens dauerte die ganze Aktion mit Auf- und Abbau, dem Befüllen sowie dem Reinigen der Schläuche gar nicht so lange. Gegen Mittag waren wir mit allem fertig und ich konnte dieses (für schlaflose Nächte sorgende) Gewerk glücklich und zufrieden abhaken.

Finishing

Um die Qualität der Bodenplatte zu verbessern und vor allem um die Oberfläche der Bodenplatte von der sogenannten Zementschlämme zu befreien, hat mein Vater dankenswerter Weise, zwei Tage nachdem wir die Platte gegossen haben, damit begonnen, die Oberfläche abzuschleifen.

Aber was ist Zementschlämme überhaupt und warum ist sie problematisch?

Zementschlämme ist eine feine, milchige Schicht aus Zement, Wasser und Feinanteilen, die sich beim Betonieren an der Oberfläche anreichert. Sie entsteht durch das Absetzen der schweren Bestandteile des Betons sowie durch das Aufschwimmen von Wasser und Zement während des Glättens der Oberfläche. Das Ergebnis ist eine dünne, sehr dichte, aber mechanisch schwache Schicht. Das führt dazu, dass diese Schicht eine sehr niedrige Abriebfestigkeit und unter Belastung kreidet und sich ablösen kann. Die Zementschlämme fungiert, ich glaube so kann man es am besten betrachten, wie eine Art Sperrschicht. Beschichtungen, Fliesenkleber, Spachtelmassen und andere Betone haften dann auf der Schlämme und nicht auf dem tragfähigen Beton. Wenn sich die Schlämme ablöst, können wirklich massive Probleme mit dem Aufbau und der Statik entstehen.

Grundriß

In Vorbereitung…

Kosten in dieser Phase

PositionKosten
1x Estrichfolie, 0,30mm, PE, 4,0m x 25,0m43 EUR
Kies, divers100 EUR
4x Winkelverbinder16 EUR
3x Bindedrahtröllchen12 EUR
2x 30 Stück Drunterleiste Typ IV 40mm, 2,0m mit Aussparung86 EUR
2x 25 Stück Abstandhalter Schlange 100mm, 2,0m44 EUR
6x Baustahlgewebe 6,0m x 2,3m, Maschenweite 150mm x 150mm403 EUR
7x Baubohle 45mm x 280mm x 4000mm142 EUR
Frachtkosten40 EUR
Kranentladung30 EUR
Diverse KG-Rohre für die Dach- und Terassenentwässerung150 EUR
11m³ WU-Beton, C25/30 XC4, XF1, XA1 F4 16mm mit einer Stunde Verzögerer1608 EUR
24m-Betonpumpe mit 15m zusätzlichem Schlauch936 EUR
Diverse KG2000-Rohre für die Bodenabläufe187 EUR
9x Maxit Betonestrich, 25kg40 EUR
3x Bodenabläufe58 EUR
Aufblasbarer Rohrstopfen 92-145mm78 EUR
AquaForte Superstrong MS Polymer12 EUR
Tangit PVC-U Kleber und Reiniger15 EUR
Beton-Innenrüttler80 EUR
Betonpatsche Miete50 EUR
Tiefenerder 5,0m, Edelstahl260 EUR
2x Diamantschleiftöpfe300 EUR
Summe4690 EUR

Zurück zum Aushub

Weiter zur Teichschale

So könnt Ihr mich unterstützen. Vielen Dank. 🙂

Alle von mir empfohlenen Produkte werden mit Affiliate-Links zu Amazon dargestellt. Grundsätzlich steht es Dir und jedem anderen Besucher frei auf die Produkte zu klicken. Nach einem Klick wirst Du zur Amazon-Seite weitergeleitet und ich erhalte eine kleine Provision von Amazon, wenn Du das Produkt kaufst. Mit Deinem Kauf unterstützt Du meine Arbeit und meine Website, die dann auch zukünftig banner- und werbefrei zur Verfügung stehen wird. Beachte bitte, dass sich die Produkte für Dich nicht verteuern, sondern für den regulären Preis von Amazon angeboten werden.

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken